Handmaids Riot

Das hat die Erste Reihe gespürt. Das hat die Community gespürt. Und das hat die Gesellschaft gespürt.
Letztlich wurde uns allen klar: Der Hass richtet sich nicht nur gegen Einzelne, sondern gegen die gesamte queere Community.

Hass trifft nicht nur Lesben oder Schwule, sondern alles, was nicht in ein binäres Geschlechterdenken passt. Alles, was sich von heteronormativer Ordnung löst, wird zur „Gefahr“ erklärt – und das, obwohl Vielfalt unsere Gesellschaft stärkt.

Wir leben in Zeiten voller Hass und Hetze. Die Erfolge der letzten Jahre werden plötzlich relativiert oder gar in Frage gestellt.
14-jährige Jungs werden online gegen FLINTA* aufgehetzt. Ultrakonservative und Rechtsextreme fordern unsere Sichtbarkeit heraus.
Und Politiker*innen, die Verantwortung übernehmen sollten, machen ihren Job – wenn überhaupt – nur noch halbherzig.

Die Lage macht Angst. Wir sehen Studien, wir sehen Angriffe. Wir sehen, wie sich rechte Hetze in unserem Alltag breitmacht.
Und genau das ist das Ziel:
Dass wir verzweifeln.
Dass wir uns allein fühlen.
Dass wir uns voneinander isolieren.
Dass wir uns zurückziehen und denken: „Es lohnt sich nicht mehr.“

Wenn wir ihnen das geben – dann haben sie gewonnen.

Aber: Wir entscheiden darüber, ob rechte Parolen normalisiert werden oder nicht. Wir sind der Schlussstein. In uns lebt die Hoffnung – oder sie stirbt.

Schaut euch um, liebe Leute: Eure Freundinnen, eure Geschwister, eure Mitstreiterinnen stehen hier. Gemeinsam können wir ein Bollwerk sein. Gemeinsam können wir kämpfen.

Wir von Handsmaid Riot sind eine junge Bewegung, die nicht nur ein Netzwerk aufbaut, sondern auch mit echten, solidarischen Strukturen arbeitet. Letzten Dezember wurde Handsmaid Riot hier in Hamburg gegründet. Mittlerweile gibt es über 20 Ortsgruppen in ganz Deutschland und rund 100 aktive Menschen. Und das in nur einem halben Jahr.

Wir haben zusammen geweint, gelacht, gestritten und gefeiert. Die Idee einer einzelnen Person kann alles verändern.
Lasst euch also nie einreden, dass wir als Einzelpersonen nichts bewegen können. Dein Einsatz macht die Welt besser.

Deshalb haben wir heute ein großes Jahr des Zusammenhalts ausgerufen. Vor einem Jahr haben wir ein Plakat hochgehalten: „Unsere Liebe wird überleben.“ Heute sagen wir: Unsere Liebe trägt uns weiter – aber jetzt brauchen wir Hoffnung.

Wir laden euch ein: Überlegt euch eine Sache, die ihr in eurem Alltag anfangen könnt. Es muss nichts Riesiges sein. Eine Stunde in der Woche reicht – Hauptsache, ihr werdet aktiv. Jede kleine Handlung wirkt.

Ihr könnt eure Ideen bei uns am Stand eintragen, wir haben Zettel und Stifte vorbereitet. Das ist ein Zeichen: Wir sind nicht allein – wir stehen gemeinsam.

Zum Schluss möchte ich mit euch einen Aufruf rufen, laut und kraftvoll, über diese Straßen hinweg:

Ich rufe: Blessed Be The Riot!
Und ihr ruft: May We Stay United!

Noch einmal!
Blessed Be The Riot!May We Stay United!
Blessed Be The Riot!May We Stay United!

Danke!