Sophie Koch – Queerbeauftragte der Bundesregierung

Erstmal: wie geil, wie nice, dass ihr trotz des Regens so geladen habt, da seid und durchgehalten habt. Großen Applaus an euch selbst noch, wenn ihr mögt! Für mich war das heute mein zweiter Dyke March.

Ich komme aus Sachsen – da gibt es das leider noch nicht so oft. Aber ihr macht das hier einfach schon seit 10 Jahren. Dafür einen herzlichen Glückwunsch – und vor allem: vielen Dank.

Danke, dass ihr diesen Safe Space organisiert. Gerade als Glitter-Person ist es so wichtig, dass wir unsere Träume haben, dass wir sichtbar sind, dass wir Repräsentation haben – und dass wir getreu so vielen Mottos sagen: Wir sind hier, wir bleiben hier und wir sind nie wieder leise.

Und wir erleben leider jeden Tag, dass Queerfeindlichkeit und Antifeminismus zunehmen. Umso wichtiger ist es, dass wir Schulter an Schulter stehen – so wie auch das Motto heute lautet.

Und das gilt nicht nur heute, sondern jeden Tag. Denn wir gehen ja nicht nur auf die Straße gegen Queerfeindlichkeit, sondern vor allem, weil wir als queere Menschen immer noch nicht komplett gleichgestellt sind. Diese unsägliche „Stiefkindadoption“-Doktrin muss endlich ein Ende haben, und das Abstammungsrecht muss so geändert werden, dass es wirklich allen queeren Familien gerecht wird.

Das Selbstbestimmungsgesetz ist so eine wichtige Errungenschaft – und die lassen wir uns nie wieder wegnehmen. Und wenn das Grundgesetz in Deutschland alle schützen muss, dann muss darin auch endlich die queere Community sichtbar werden – etwa in Artikel 3.

Und als Schüler*innensprecher der Bundesregierung kann ich euch sagen: Genau das ist mein Job. Und ich werde alles dafür tun, dass wir in den nächsten Jahren vorankommen – dass wir endlich vollkommen gleichberechtigt sind, dass wir sichtbar sind und dass wir jeder Person, die unsere Existenz absprechen möchte, ganz klar sagen: Falsch gedacht, so geht es hier nicht weiter.

Ich wünsche euch allen noch ein Happy Pride – und danke, dass ihr da seid!