Schön, dass ihr so lange durchgehalten habt. Schon die sechste Rede – ich bin an sechster Stelle – und es kommen noch weitere. Wunderbar, dass ihr durchgehalten habt, den ganzen Weg zu laufen, dem Regen zu trotzen und trotzdem hier zu sein.
Mir ist es immer eine Freude, dass wir hier auf dem Spielbudenplatz stehen. Wie schon gesagt wurde: Hier, mitten auf der Reeperbahn, für unsere Rechte zu kämpfen, das ist einfach richtig, richtig stark.
„Lesben kämpfen weiter“ – so lautete schon vor zehn Jahren eines der ersten Transparente beim Dyke* March. Lesben sind immer an der Spitze der Menschenrechtskämpfe, denn Demokratie und Menschenrechte werden immer dort erkämpft, wo Menschen diskriminiert werden. Wir leisten Menschenrechtsarbeit, wenn wir für Lesbenrechte, für queere Rechte kämpfen.
Und ich denke heute über Hamburg hinaus. Denn wir tun das hier in Solidarität mit unseren Geschwistern weltweit – aus allen Kulturen, allen Religionen, allen humanistischen Bewegungen. Unsere Geschwister in Deutschland und überall auf der Welt brauchen uns. Wir haben das Privileg, hier in aller Öffentlichkeit feiern zu können. Und Kämpfen muss immer auch mit Feiern verbunden sein.
Feiern, tanzen, Spaß haben – daraus ziehen wir Kraft für unsere Kämpfe. Und seht euch um: Keine ist alleine hier. Wir sind viele, wir sind gemeinsam. Wir sind gemeinsam das Juwel dieser Stadt in ihrem Kampf gegen alle Feinde der Demokratie.
Denn Menschenrechte sind queere Rechte, sind Lesbenrechte. Das haben wir heute auf Hamburgs Straßen gezeigt. Wir sind Lesben in einem großen Spektrum von Unterschiedlichkeiten.
Ja, es gibt auch Leidens- und Diskriminierungserfahrungen. Aber heute stehen wir hier mit Stolz, mit Kreativität und mit Lebensfreude. Wir sind laut, wir sind bunt, wir sind vielfältig. Und wir zeigen heute unsere Verbundenheit – über Generationen, Kulturen und Unterschiede hinweg.
Schaut euch um: du, und du, und du – wir sind vereint in unseren Kämpfen. Denkt daran: Kämpfen braucht Zusammenhalt, braucht Gemeinschaft.
Und die findet ihr auf Partys genauso wie in politischen Veranstaltungen, in queeren und in lesbischen Gruppen. Lesben und Kirche – die LUK – ist nur eine davon, und einige Vertreterinnen sind auch heute hier.
Zum Beispiel Tom – der hat heute viele Bändchen verkauft. Die Bändchen von 2021 habt ihr hoffentlich alle, sonst gibt es bestimmt noch welche hier vorne.
Und morgen geht es weiter: Die Kirche hat auch einen Stand mit dem Motto „Liebe und Segen“. Also – Happy Pride!

